Eva Eisner
Goethestraße 49,
Lebensweg:
Eva Eisner wurde am 20. Januar 1930 geboren. Sie hatte eine große Schwester namens Doris, die zehn Jahre älter war. Die Familie wohnte bis 1938 in Berlin-Charlottenburg.
Die Familie gehörte dem jüdischen Glauben an. Als Eva 6 Jahre alt wurde ,freute sich auf die Schule. Doch das war gar nicht so einfach. Zu dieser Zeit gab es schon Verbote und Gesetzte ,die jüdischen Kindern verbot in die Schule zu gehen.
Ihr Vater hatte im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft, aber Eva durfte wegen ihres Glaubens nicht an Ausflügen oder besonderen Veranstaltungen der Schule teilnehmen.
Evas Eltern merkten früh, dass es gefährlich wurde, in Deutschland zu leben, und sie wollten fliehen. Im Juni 1938 wurde ihr Vater ins Gefängnis gebracht, aber nach sechs Wochen durfte er gehen. Allerdings mußte er versprechen, Deutschland innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Er floh mit Doris nach Frankreich. Eva und ihre Mutter blieben in Berlin und lebten eine Zeit lang bei einem Cousin.
Am 24. Oktober 1938 flogen Eva und ihre Mutter nach Paris, um sich mit ihrem Vater und Doris zu treffen. Sie reisten dann mit einem Schiff nach Uruguay. Aber auch dort durften sie nicht bleiben und mussten weiter nach Paraguay.
In Paraguay lebten sie in einem kleinen Ort namens Ipacaraí, wo es sehr arm war. Nach einigen Monaten zogen sie nach Argentinien, wo sie in Buenos Aires lebten. Dort hatten sie es schwer, weil sie keine Arbeitserlaubnis hatten.
Eva heiratete 1952 einen Mann namens Rolf Wertheimer. Sie bekamen zwei Kinder, die Tochter Noemi und den Sohn Ruben. Evas Schwester Doris heiratete 1940 in Buenos Aires.
Noemi lebt seit 1980 in Deutschland, und Eva besuchte sie oft. Manchmal fühlte sich Eva immer noch unwohl, wenn sie reiste, als hätte sie Angst, nicht hereingelassen zu werden. Dabei hatte sie einen deutschen Pass, der ihr überall den Zugang ermöglichte.Eva Wertheimer, geborene Eisner, starb am 20. November 2007 in Buenos Aires.