
Seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des größten Pogroms an Jüdinnen und Juden seit der Shoah, erleben wir einen globalen Dammbruch des offenen Antisemitismus. Diese Entwicklungen erschüttern unser gesellschaftliches Miteinander zutiefst. Wir stellen uns die Frage: Wie können wir als Gesellschaft wieder zusammenfinden, Verständnis füreinander entwickeln und einen gemeinsamen Weg des Heilens und der Versöhnung beschreiten?
Die Veranstaltung „Alle wieder an einen Tisch!“ soll einen Tag der Begegnung, des Dialogs und der kulturellen Vielfalt schaffen. Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung und des offenen Hasses auf unseren Straßen wollen wir einen Raum der Offenheit und des respektvollen Austauschs bieten.
Programmübersicht
10:30 Uhr – Gottesdienst
Ein besinnlicher Start in den Tag, der das Thema der Veranstaltung aufgreift (evtl. mit einem Vertreter der jüdischen Gemeinde zu Berlin).
Ab 12:00 Uhr – „Meet & Eat“ an der langen Tafel im Hinterhof
Gemeinsames Essen, Trinken und Austausch an einer großen Tafel – eine Einladung an alle Gäste, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Ein gemeinsames Mittagessen, bei dem jeder Teilnehmer sein eigenes Essen mitbringt. Der lange Tisch zieht sich vom Hinterhof bis zur Straße und symbolisiert das Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen. Ziel des Festes ist es, Kriegsenttäuschte und Menschen, die von Gewalt betroffen sind, an einen gemeinsamen Tisch zu bringen – insbesondere solche, die Angehörige in Gaza haben oder die am 7. Oktober ihre Verwandten in Israel verloren haben. Auch jüdische Studierende, die seither in Angst leben, sind eingeladen. Menschen guten Willens sollen wieder miteinander ins Gespräch kommen.
Für Kinder gibt's Puppentheater „Bubales“
Das erste jüdische Puppentheater Berlins, „Bubales“ (Website), wird ein exklusives Stück präsentieren. Shlomit Tulgan, die Gründerin des Theaters, wird die Zuschauer mit einer Geschichte fesseln, die Begegnung und Verständnis fördert. Ein humorvolles, kindgerechtes und lehrreiches Puppenspiel, das jüdisches Leben und Kultur vermittelt – für die Kleinen UND die Großen. Videos auf MUNDO - Die offene Bildungsmediathek der Länder
17:00 Uhr Talkrunde „Nie wieder? Schon wieder! – Wie wollen wir alle wieder an einen Tisch?“ mit Ahmad Mansour und Reinhard Naumann
Der israelisch-deutsche Psychologe und Autor Ahmad Mansour wird in einer moderierten Diskussion die Frage aufwerfen, wie es gelingen kann, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen, um gemeinsame Lösungen gegen Radikalisierung und Hass zu finden. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Moses-Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz, den Carl-von-Ossietzky-Preis, den Theodor-Lessing-Preis, den Menschenrechtspreis 2019 der Gerhart und Renate Baum-Stiftung sowie 2022 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ahmad Mansour ist gefragter Gast in Fernsehtalkshows zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskursen.
Der ehemalige Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann moderiert. Nicht von ungefähr: Er ist Ev. Vorsitzender Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Berlin.
Ahmad Mansour |
Reinhard Naumann |
Konzert am Abend
Den Tag beschließt ein Konzert. Lassen Sie sich von Musik und Kultur verzaubern und genießen Sie einen unvergesslichen Tag. In musikalischer Abschluss, der Kultur, Geschichte und Begegnung verbindet. Das Jarock-Ensemble präsentiert israelische Musik mit Gedichten von Jehuda Amichai, Leah Goldberg und Nathan Zach. Deutschland verweigerte diesen jüdischen Künster:innen die Heimat, doch in Israel wurden sie zu Begründern einer neuen eigenständigen Sprache.
Kooperationspartner im Rahmen des "Interreligiösen Dialog Charlottenburg-Wilmersdorf"
Friedenskirche Charlottenburg - Website
Spielhaus Schillerstraße Charlottenburg - Website
"Solidarisch gegen Hass"
(Jehi'Or – Jüdisches Bildungswerk für Demokratie – gegen Antisemitismus gUG – getragen durch die Jüdische Gemeinde zu Berlin, Jüdische Gemeinde Chabad Lubawitsch Berlin, Stopp Antisemitismus, Landesrat deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg) - Website
"KAWOD – Sports4Respect"
(Jehi'Or – Jüdisches Bildungswerk für Demokratie – gegen Antisemitismus) - Website