
Die Seele von Jerez in der Moderne
Tradition trifft Kammermusik – Ein Flamenco-Ereignis in der Friedenskirche
Rubin de la Ana, der in der Fachwelt als Bewahrer der „Essenz von Jerez“ (Manolo Liaño) gefeiert wird, bringt eine seltene Doppelbegabung auf die Bühne: Als virtuoser Gitarrist und cantaor mit archaischer Stimme führt er die Tradition der legendären Viertel Santiago und San Miguel in die Moderne.
Begleitet wird er von der jerezanischen Ausnahmetänzerin Lorena Caballero und der japanischen Cellistin Chiharu Bley. Das Ergebnis ist ein kammermusikalischer Dialog von seltener Intensität - im Zusammenfließen von Gitarre, Cello, Gesang und Tanz manifestiert sich der Duende – jener transzendente Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint.
Einlass & Abendkasse: ab 19:00 Uhr
Eintritt: 30 € | Ermäßigt: 25 €
Karten im Vorverkauf:
Online: Direkt hier über Eventim Light
Reservierung: +49 (0) 151 151 197 97
Präsenzverkauf: Wochenmarkt Karl-August-Platz (Goethestraße), Stand „Reibekuchen & Buchteln“ (Mi 9–13 / Sa 9–14 Uhr)
Eine klangästhetische Retrospektive und kompositorische Vision
Es gibt Künstler, die ihre Heimat nicht nur repräsentieren, sondern sie in sich tragen. Rubín de la Ana (bürgerlich Salvador Vega Carrasco) ist einer dieser seltenen Musiker, in dessen Händen die Gitarre und in dessen Stimme der Gesang zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen.
Aufgewachsen im legendären Barrio de Santiago in Jerez, atmet seine Kunst die Geschichte jener Gassen, in denen der Flamenco seine tiefsten Wurzeln schlug. Bereits 1992 erkannte die Kritiker-Legende Manolo Liaño in ihm den Bewahrer eines Heiligtums. Liaño würdigte den jungen Rubín auf den großen Bühnen des Teatro Villamarta (Jerez) und des Gran Teatro Falla (Cádiz) als Talent, das die „Essenz der Viertel“ Santiago und San Miguel in die Moderne tragen würde. In den 1980er- und 90er-Jahren begleitete de la Ana als tragende Säule die großen Sängerdynastien seiner Heimat – darunter Ikonen wie Fernando Terremoto hijo, Macarena de Jerez und Antonio Gallardo Molina. Seine Expertise führte früh zu internationalen Verpflichtungen: Nach Tourneen u.a. durch Finnland und Norwegen, die Schweiz und Japan folgte eine Vielzahl von Auftritten u.a. im Berliner Tränenpalast (1999) sowie im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie (u. a. 1999 mit Jordy Reyes und 2008 mit der Compañía Ana María Amahi).
Erst die Meisterschaft seiner späten Jahre vollendet diese Entwicklung: De la Ana führt die archaische Kraft der Tradition heute in eine kompositorische Weite, die weit über Liaños frühe Vision hinausreicht. Diese neue Ära manifestiert sich eindrucksvoll in seinem 2022 erschienenen Album „Flamenco Fusión“ (veröffentlicht via MusicHub auf allen namhaften Plattformen), auf dem sich der Flamenco als vollendete Hochkultur offenbart.

Das Ensemble: Ein Dialog der Virtuosen
In der besonderen Akustik der Friedenskirche präsentiert de la Ana ein Projekt von seltener emotionaler Dichte. Es ist ein tiefes Gespräch zwischen drei Meistern ihres Fachs:
Rubín de la Ana | Gitarre & Archaischer Gesang: Als Herzstück des Abends verkörpert er die seltene Doppelbegabung des Guitarrero und Cantaor. Sein Spiel ist von spieltechnischer Brillanz und kompositorischer Tiefe geprägt, während seine tief kehlige Stimme die ursprüngliche Emotion von Jerez unmittelbar spürbar macht.
Chiharu Bley | Violoncello: Die japanische Cellistin ist festes Mitglied des Deutschen Filmorchesters Babelsberg und tritt darüber hinaus als profilierte Solistin in Erscheinung. In einem hocheleganten Dialog mit der Gitarre macht sie die strukturelle Tiefe des Flamenco hörbar.
Lorena Caballero | Baile: Die stolze Schule von Jerez in einer physischen Partitur aus brillantem Zapateado und überwältigender Bühnenpräsenz.
In diesem Zusammenfließen manifestiert sich der Duende – jener transzendente Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint.

