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Chronik Kapitel


Chronik, Randnotizen

Independentismus

"Independentismus, von independent = unabhängig, Bezeichnung für Gemeinden und Gemeindebünde, die auf der Grundlage der Selbstständigkeit (Autonomie) der Einzelgemeinde aufgebaut sind und ihre Unabhängigkeit von Staat, Bischofsamt und Synoden meist theokratisch mit Hilfe des Bundesgedankens (covenant) begründen. Zu den Independenten rechnet man u.a. die im Zuge des englischen Puritanismus sich bildenden Kongregationalisten, Presbyterianer und Baptisten" Erich Geldbach, Independentismus, in: Evangelisches Gemeindelexikon, 268)

"Vereine"

Die Arbeitszweige der meisten Gemeinden, Vereinigungen und des Bundes organisierten sich im Baptismus bis Mitte der 30iger Jahre dieses Jahrhunderts nach dem Vorbild des Vereinswesens. Diese "bündische" Form der Gemeindearbeit entsprach offenbar einem Bedürfnis nach Gemeinschaft und freier Organisation

Über das Ältestenamt

im Baptismus Geprägt von calvinistischen Idealen, die er in Schottland kennengelernt hatte, führte Johann Gerhard Oncken von den Anfängen des Baptismus an das Ältestenamt als den wesentlichen Teil der Leitungsstruktur in der Gemeinde ein.

Der Älteste oder die Ältesten waren die Autorität in der Gemeinde, die über die Lehre und das Bekenntnis wachten und ehrenamtlich, zum Teil auf Lebenszeit berufen, die Leitung der Gemeinde innehatten. So sollte der Älteste, nach Onckens Ideal, nicht der gewählte, sondern der zu einer Autorität herangewachsene Führer der Gemeinde sein. Mit der Gründung des baptistischen Predigerseminars 1880, wenige Jahre vor Onckens Tod, gab es einen Einschnitt in der Geschichte der Gemeinden. "Nun lag die Aufgabe der Verkündigung in vielen Gemeinden bald in den Händen ausgebildeter Prediger. Mancherorts lösten sie auch in der Gemeindeleitung den 'Ältesten' aus Onckens Zeit ab" (Günter Balders, Theurer Bruder Oncken, 158).

Sonntagschularbeit

Die erste sogenannte "Sonntagschule" entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Gloucester, England, als der Redakteur R. Raikes am Sonntagmorgen verwahrloste Kinder unterrichtete, indem er ihnen anhand biblischer Geschichten Lesen und Schreiben beibrachte und versuchte, die Kinder in ihrer Lebenshaltung vom christlichen Glauben her zu prägen. Johann Gerhard Oncken begann zusammen mit Pfarrer Rautenberg 1825 eine Sonntagschularbeit nach englischem Muster in Hamburgs Vorstadt St. Georg, nachdem ihm die englische Sonntagschul-Union einen namhaften Betrag zur Eröffnung einer solchen Arbeit in Deutschland zur Verfügung gestellt hatte. In den Freikirchen hat sich die Sonntagschularbeit als katechetische Form durchgesetzt und bis heute gehalten.

Stationsgemeinden

im missionarischen Konzept der Gemeinden "In den letzten Jahren hat sich zunehmend eine Bewegung durchgesetzt, die für die Entwicklung des Baptismus eigentlich untypisch und für seine missionarische Ausstrahlung eher hinderlich ist. Ich meine den Zug zur Zentralisierung. "Stationen" der Gemeinde, also auswärtige Predigtplätze und Versammlungsorte, wurden häufig aufgegeben ... . Dabei sind gerade die Stubenversammlungen, Kinderstunden und gottes¬dienstlichen Zusammenkünfte in Privathäusern oder Schulräumen die missionarischen Vorposten gewesen, die sich zu selbständigen Gemeinden entwickelt haben. Hier konnten Nachbarn und Kollegen aufgrund der Nähe eher zu den Versammlungen eingeladen und mitgenommen werden. Hier kamen natürlich auch die Predigthelfer zum Einsatz, wenn sie die Gottesdienste und Bibelstunden im Wechsel mit dem Gemeindeprediger auf den Stationen oder in der Muttergemeinde hielten" (Edwin Brandt, Vom Gemeindeleben der Baptisten, in: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 233f).

Bund der Baptistengemeinden

Auf Initiative von G. W. Lehmann schlossen sich im Revolutionsjahr 1848 zunächst die Gemeinden in Preußen zu einer "preußischen Vereinigung" der Baptistengemeinden zusammen, durch die man eine engere Verbindung zwischen den einzelnen Gemeinden suchte, um die äußere und innere Geschlossenheit zu stärken. Ein Jahr später, im Januar 1949, kamen dann Vertreter aller Gemeinden - außer Stuttgart - zu einer Konferenz in Hamburg zusammen, um unter der Leitung von Johann Gerhard Oncken die "Bildung einer zwiefachen Vereinigung der Gemeinden" zu beschließen, eines "Bundes der vereinigten Gemeinden getaufter Christen in Deutschland und Dänemark" und regionaler "Vereinigungen". Der Zweck dieses Bundes sollte sein: das gemeinsame Bekenntnis der Gemeinden, die Kräftigung der Gemeinschaft, die Mission und die Erhebung von Statistiken. Nach späteren Auseinandersetzungen um die Autonomie der Ortsgemeinde wurde auf der Bundeskonferenz von 1879 aufgrund bitterer Erfahrungen das alte Bundesstatut von 1849 geändert. "Die Bundeskonferenz faßt nur Beschlüsse", heißt es nun, "in ihren Verwaltungsangelegenheiten. Alle anderen Besprechungen sollen nur belehrend und ratend für alle Gemeinden und deren Abgeordnete sein" (vgl. Günter Balders, Kurze Geschichte der deutschen Baptisten, in: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 25 und 42).

Katholisch-apostolische Gemeinden

Die Katholisch-apostolischen Gemeinden entstanden aus einer end¬zeitlich orientierten Erweckungsbewegung in England und Schottland im beginnenden 19. Jahrhundert. Innerhalb dieses geistlichen Aufbruchs spielten enthusiastische Erfahrungen, wie die sogenannte Glossolalie und Heilungserlebnisse, eine wesentliche Rolle. Lebende "Apostel", die als Zwölfergruppe in den Jahren 1832 bis 1835 benannt wurden, galten als unabdingbar notwendig für die richtige Verfassung der Kirche, ihre geistliche Kraft, und um die Kirche zur Einheit und zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi zu führen. Nachdem 1901 der letzte "Apostel" starb, wurden - anders als in der neuapostolischen Kirche - keine neuen Apostel benannt. Da es kein geistliches Amt mehr gab, enthielt man sich allen Wirkens nach außen, aber erhielt sich bis heute die ökumenische Gesinnung.

Diakonissen

1836 gründete Theodor Fliedner, angeregt durch Vorbilder holländischer Mennoniten und das Beispiel dienender Nächstenliebe einer gewissen Elisabeth Fry, die gefangene Frauen betreute, die Diakonissenanstalt von Kaiserswerth. In der Grundordnung der Kaiserswerther Generalkonferenz heißt es: "Diakonissen sind Dienerinnen des Herrn Jesus Christus und um seinetwillen Dienerinnen an den Hilfsbedürftigen aller Art und Dienerinnen untereinander. ... Diakonissen erkennen ihren Dienst als die von Gott gegebene Lebensaufgabe an." Die Schwesternschaften dieser sogenannten Mutterhaus-Diakonie versteht sich als Glaubensgemeinschaft, Dienstgemeinschaft und Lebensgemeinschaft (in "genossenschaftlicher" Form unter Ablehnung eines persönlichen Lohn- oder Gehaltempfangs). Rasch verbreitete sich die Idee dieser Form einer diakonischen Gemeinschaft, in der auch der Weg zu modernen Frauenberufen geöffnet wurde, innerhalb der evangelischen Kirchen und Freikirchen. Durch Eduard Scheve wurde das durch Theodor Fliedner wiederentdeckte urchristliche Amt der Diakonisse auch in Baptistengemeinden heimisch gemacht. 1887 wurde mit einer ehemaligen Kaiserswerther Schwester das erste baptistische Diakonissenhaus "Bethel" in den Räumen der Gemeinde Berlin, Gubener Straße, gegründet. Klassische Aufgaben des Diakonissenamtes sind Kinder-, Kranken- und Gemeindepflege in weit gefächerter Weise. (vgl. auch H. Wagner, "Diakonie", in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 2, 165-166).

Pfingstbewegung

Unter dem Begriff "Pfingstbewegung" wird eine Vielfalt christlicher Grup¬pen zusammengefaßt, die seit Anfang dieses Jahrhunderts ein im weitesten Sinne "enthusiastisches Christentum" verkörpern. Gemeinsam ist diesen in der Lehre oft sehr gegensätzlichen Gruppen, die Sicht, daß man die besonderen Wirkungen des Heiligen Geistes wie in den Tagen der ersten Geistausgießung (Apg. 2) nun "am Ende der Zeiten" erlebt. Das sogenannte "Zungenreden" gilt in den meisten Gruppen als notwendiges Zeichen einer besonderen Ausrüstung mit dem Heiligen Geist. Die Pfingstbewegung ist weltweit verbreitet und gehört nach dem 2. Weltkrieg besonders in Lateinamerika und Afrika zu den am schnellsten wachsenden protestantischen Denominationen. Be¬sonders von den USA, aber auch von Skandinavien, England und Deutschland aus zogen Missionare der Pfingstbewegung in alle Teile der Welt und gründeten bereits vor dem 1. Weltkrieg, oft in harter Auseinandersetzung mit anderen Missionsgesellschaften, Gemeinden. Unter den verschiedenen Gruppierungen der Pfingstbewegung in Deutschland gewann der "Christliche Gemeinschaftsverband Mühlheim/Ruhr" die größte Bedeutung.

Weltbund der Baptisten

Der Weltbund der Baptisten - "Baptist World Alliance" (BWA) genannt - wurde in London am 17. Juli 1905 auf einem Weltkongreß der leitenden Mitarbeiter baptistischer Missions- und Ausbildungswerke gegründet. In der Präambel der ersten Verfassung wird als Zweck der internationalen Vereinigung angegeben, daß "die Einheit der Gemeinden des baptistischen Glaubensbekenntnisses" dargestellt und die Gemeinschaft, der Dienst und die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gefördert werden soll, ohne allerdings die Unabhängigkeit jeder einzelner Gemeinde zu beeinträchtigen und in die Verwaltung der bestehenden Organisationen einzugreifen. Die 1980 in Toronto beschlossene Verfassung fügt dem hinzu, daß weitere Ziele der BWA sein sollen, die baptistische Beteiligung am ökumenischen Gespräch zu fördern und "als eine Stelle der Versöhnung tätig zu sein, die für alle Menschen Frieden sucht und den Anspruch der fundamentalen Menschenrechte einschließlich voller Religionsfreiheit aufrecht erhält". Wenn auch nicht alle baptistischen Bünde weltweit Mitglied im Weltbund sind, so doch etwa 130 nationale Bünde mit insgesamt ca. 32 Millionen Mitgliedern (vgl. auch Siegfried Kerstan, Der Welt¬baptismus, in: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 277ff).

Zeltmission

Die Zeltmission, die auf dem europäischen Festland von Jacob Vetter 1902 in Gestalt der "Deutschen Zeltmission" gegründet wurde, war eine Antwort auf die Entkirchlichung breiter Schichten der Bevölkerung. Die Verwendung eines Zeltes oder einer Zelthalle als Versammlungsort sollte dazu dienen, entkirchlichten Menschen einen neutralen Ort anzubieten, an dem es auch keiner religiösen oder sonstiger "Aufpolierung" bedurfte, um ihn zu besuchen. Insbesondere in den Jahren nach den Weltkriegen, in denen die politische und wirtschaftliche Situation vielen Menschen die Sinnfrage aufgab, hatten die Zeltmissionen den größten Zulauf mit zum Teil 3000 bis 4000 Besuchern pro Ver¬anstaltung in den Großstädten.

Bund freikirchlicher Christen (BfC)

Der BfC geht zurück auf Versammlungen, die sich jenseits von Konfessionsgrenzen Anfang des 19. Jahrhunderts in Dublin zusammenfanden und sich um John Nelson Darby organisierten. In Auseinandersetzung mit der anglikanischen Kirche hatte er den Gedanken des "Abfalls der Kirche", gleich welcher Benennung, entwickelt und gegen freikirchliche Bestrebungen geäußert, daß die "Wiedererrichtung des Verfallenen" nach urchristlichem Vorbild nicht möglich wäre. Dagegen sollte die Einheit der Gemeinde Jesu jenseits aller Kirchen deutlich werden in der Abendmahlsgemeinschaft der "wahren Gläubigen", unter Verzicht auf alle hierarchischen, institutionellen und liturgischen Elemente. Durch Darbys Reisen und umfangreiche Korrespondenz wurden auch sogenannte "Brüderversammlungen" in Deutschland gegründet. Carl Brockhaus war in der Frühzeit dieser Gemeinden prägend. 1937 schlossen sich die sogenannten "offenen Brüdergemeinden", die auch vielfältigen Einfluß zu anderen christlichen Gemeinden hatten, und die "exklusiveren" Gemeinden Brockhaus'scher Prägung wegen der Gefahr des Verbots durch die Nationalsozialisten zum "Bund freikirchlicher Christen" zusammen.

Bis heute ist für die "Brüdergemeinden" kennzeichnend: die sonntägliche Feier des Abendmahls, die zumeist in einem Gottesdienst vor dem Predigtgottesdienst stattfindet; die Gestaltung des Gemeindelebens und der Versammlungen, in denen die verantwortliche Gestaltung durch möglichst viele Mitarbeiter das bestimmende Prinzip ist; die weitgehende Ablehnung von ausgebildeten Pastoren als hauptamtliche Leiter der Gemeinden.

Charismatische Bewegung

Die charismatische Bewegung - auch "charismatische Erneuerung" genannt - ist eine weltweite Frömmigkeitsbewegung, die sich insbesondere auf das Wirken des Heiligen Geistes bezieht und den ersten wirklich überkonfessionellen Glaubensaufbruch in der Kirchengeschichte darstellt. Beeinflusst durch die "Jesus-People-Bewegung" hat sie - besonders durch die Vermittlung des lutherischen Pastors Arnold Bittlinger - in den 60iger Jahren dieses Jahrhunderts auch in Deutschland Fuß gefaßt. Charakteristisch für die Bewegung ist die Praktizierung von den im Neuen Testament erwähnten "Geistesgaben" (Charismen), die von Charismatikern als Erneuerungsimpulse für Kirchen und Gemeinde verstanden werden. Weiterhin ist eine starke Ausrichtung auf gemeinsames Loben und Anbeten in charismatischen Gemeinden typisch, so daß der Gottesdienst und seine musikalische Ausgestaltung einen wichtigen Platz einnehmen. Eine eminente Rolle innerhalb der charismatischen Bewegung spielt die Seelsorge in einer typischen Ausprägung, so daß diese Bewegung durchaus als Seelsorgebewegung bezeichnet werden kann.

Kamerunmission

Nachdem zunächst ab 1841 amerikanische Baptisten missionarische Pionierarbeit in Kamerun geleistet haben und die Baseler Mission begann, die Missionsarbeit fortzuführen, als Kamerun 1884 "deutsches Schutzgebiet" wurde, haben die deutschen Baptisten seit 1891 Missionare nach Kamerun entsandt. Auf die Initiative von Eduard Scheve ging die Gründung eines "Missionskomitees Kamerun" im Jahr 1890 in der Bethel-Gemeinde in Berlin zurück, welches ein Jahr später das Ehepaar Steffens als erste Missionare nach Kamerun entsandte. Die Arbeit wurde ab 1898 von einer selbständig arbeitenden baptistischen Missionsgesellschaft, die durch den Kaiser eigene Persönlichkeitsrechte erhielt, fortgeführt, so daß die volle Verantwortung für diese Arbeit streng genommen nicht mehr beim Bund der deutschen Baptistengemeinden lag. Heute entsendet die Europäische Baptistische Missionsgesellschaft Missionare nach Kamerun, die partnerschaftlich Hilfestellung geben in der dortigen Gemeindearbeit, Krankenversorgung und Gesundheitsvorsorge sowie technische Hilfe leisten und in der Ausbildung tätig sind.

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